Die Gesinnungsgemeinschaft der Neuen Front (GdNF)

Die Gesinnungsgemeinschaft der Neuen Front, früher auch als die "Bewegung" bekannt, entstand aus dem am 8. Mai 1977 gegründeten SA-Sturm Hamburg und wurde in der Folge des Verbotes der Aktionsfront Nationaler Sozialisten / Nationaler Aktivisten (ANS/NA) am 7. Dezember 1983 bundesweit aktiv. In der seitdem unregelmäßig erscheinenden Publikation DIE NEUE FRONT informierte Michael Kühnen über den Entwicklungsstand seiner nationalsozialistischen Organisation. Unmittelbar nach dem Verbot der ANS/NA entstanden 29 neue Zellen in neun Bundesländern, Kühnen spricht im Januar 1984 von insgesamt 300 Aktivisten, 500 Sympathisanten und 100 Förderern.  Die erste Ersatzorganisation sollte die Traditionsgemeinschaft ehemaliger ANS-Angehöriger (ANS-TG) sein.

Die Gesinnungsgemeinschaft splittete sich auf in Bereiche, die sich wieder aufgliedern in die Gaue Nordmark, Hamburg, Berlin, Bremen, Niedersachsen, Rhein-Westfalen, Hessen , Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Bayern und der Bereich Ostmark (Österreich), später kamen noch die Gaue Saar Ruhr, Ostwestfalen-Lippe (OWL) hinzu, sowie der Gau Flandern und Niederlande. Wichtig für die Struktur der Gruppen war ihre konspirative Zellenarbeit in Stützpunkten.

Zahlreiche Mitglieder der Gesinnungsgemeinschaft waren Mitte der 80er Jahre in Partnerorganisationen untergeschlüpft, ein wesentlicher Teil benutzte die Freiheitliche Deutsche Arbeiterpartei (FAP) als Auffangbecken.

Basis der politischen Arbeit der GdNF war ab 1988 das von Kühnen während seiner Haftzeit erarbeitete Revolutionäre Manifest, in dem es u.a. heißt:

"Unser Ziel ist die nationalsozialistische Revolution, aus der das Vierte Reich und eine art- und naturgemäße Neue Ordnung für die weiße Rasse hervorgehen wird.

Um das zu erreichen, sind in der jetzigen Kampfzeit verschiedene Zwischenziele anzustreben und zu verwirklichen:

- Überwindung des NS-Verbotes
- Neugründung der NSDAP
-  Staatsreform
- Vereinigung aller geschlossen siedelnden Deutschen in einem einheitlichen, souveränen und sozialistischen Großdeutschland.

Die Strategie besteht in der Nutzung des durch das offene Bekenntnis zum Nationalsozialismus ausgelösten massenpsychologischen Umkehrprozesses, der sich darin äußern wird, daß im Falle einer ernsthaften Systemkrise die unzufriedenen und rebellierenden Massen sich an denen orientieren werden, die vorher vom System am erbarmungslosesten verfolgt worden sind und sich selber als die kompromißlosesten Gegner des Systems erwiesen haben."

Weitere Progammpunkte sind der Kampf gegen die Überfremdung, gegen den Amerikanismus, die Umweltzerstörung und für die Reinerhaltung der arisch-germanischen Rasse.

Die GdNF arbeitet "im Geiste Ernst Röhms" und sieht in Adolf Hitler "den Zeitenwender, die Heilsgestalt der arischen Rasse und den deutschen Nationalhelden."

Im Rahmen der Vorbereitung auf den 100. Geburtstag von Adolf Hitler 1989 kam es zum Bruch innerhalb der GdNF, der Mosler-Flügel, die Anti-Schwulen-Fraktion, trennte sich von den Kühnen-Getreuen.

Als legal arbeitender Arm der GdNF wurde am 5. Mai 1989 die Deutsche Alternative ins Leben gerufen, die sich in der Parteienlandschaft der Bundesrepublik am äußersten rechten Rand fest etablieren konnte. Neuen organisatorischen Auftrieb bekam die Gesinnungsgemeinschaft 1989, als die ersten Kameradschaften der DDR (Cottbus, Dresden) in die Arbeit involviert wurden. Diese Kameradschaften bildeten auch gleichzeitig die Mitteldeutsche SA. Fest angebunden wurde dann auch - gegen ihren Willen - die Nationale Alternative.

Wichtiges Bindeglied zwischen zahlreichen rechtsextremen Organisationen und Gruppen kann die GdNF nur intern sein, deshalb orientierte Michael Kühnen auf die Schaffung von Vorfeldorganisationen, die ohne das für die Gesinnungsgemeinschaft symbolische Bekenntnis zum Nationalsozialismus nicht unmittelbar von Verboten bedroht sind.  Zu den Vorfeldorganisationen zählen die Freie Gewerkschaftsbewegung (FGB), die Bürgerinitiative gegen Kriegsschuld und antideutsche Greuellügen, die Antizionistische Aktion (AZA), die Antikommunistische Aktion (ANTIKO), die Deutsche Frauenfront (DFF), die Initiative Volkswille oder der Volksbund Rudolf Hess. Um diese Kräfte und besonders ultrarechte Aktivisten aus anderen Parteien unter einem Dach zu binden, schuf Kühnen den Arbeitskreis für deutsch-alternative Politik Neubeginn. Die GdNF  pflegt über Scharniere wie Neubeginn auch Kontakte zur Deutsch-Nationalen Arbeitsgemeinschaft in der NPD und zur Arbeitsgemeinschaft Schwarz-Weiß-Rot in der DVU.

Nach dem Tod von Michael Kühnen stagnierte die Arbeit der GdNF, denn es konnte keine Einigung über die Nachfolge des "Chefs" erzielt werden. Im Gespräch waren Arnulf-Winfried Priem, Deutsche Alternative Berlin und Führer des neuheidnischen Hauptschulungsamtes Wotans Volk im Asgard Bund, der Österreicher Gottfried Küssel (Bereichsleiter Wien der GdNF und Chef der Volkstreuen Außerparlamentarischen Opposition/VAPO), Christian Worch (Nationale Liste Hamburg) sowie Heinz Reisz aus Hessen, der mittlerweile eine eigene Organisation namens Deutsches Hessen initiiert hatte. Deutsches Hessen ist identisch mit dem vorherigen FAP-Gau Hessen.

Jüngstes Mitglied der GdNF ist die am 17. Oktober 1992 gegründete Nationalfreiheitliche Alternative (NFA). Sie gibt eine Publikation mit dem Titel Der Aufruf heraus. Die NFA bekennt: "Unser geistiger Chef ist der bekannte Systemkritiker Michael Kühnen, in dessen Sinne wir weiterkämpfen."

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